Geschichten für Grundschüler

Der Lehrer im Briefumschlag – 5 Geschichten für Grundschüler

Wie lernen Kinder in anderen Teilen der Erde? Iris Lemanczyk ist um die Welt gereist und erzählt in fünf Geschichten für Grundschüler, wie unterschiedlich Bildung sein kann: “Mein Lehrer kommt im Briefumschlag”.

Publiziert wurde die 1. Auflage im Ensslin-Verlag, Reutlingen 1997. Im Verlag an der ESTE erschien die 2. Auflage im Jahr 2014. Der Verlag hat sich vor allem der Leseförderung für Kinder und Jugendliche verschrieben und ist eine Fundgrube für Lehrer.

Die Geschichtensammlung mit – vermutlich – biographisch angehauchten, spannend erzählten Erlebnissen wird nicht über den Verlag angeboten, ist aber z.B. zu bestellen bei Amazon hier. Der junge Leser lernt aus der Perspektive des Kindes ausschnitthaft Bildung in fünf verschiedenen Ländern auf vier Kontinenten kennen:

  • Neuseeland – Fernunterricht weitab von der Stadt: Der Lehrer kommt im Briefumschlag
  • Namibia – Überwindung äußerer Unterschiede: Freundschaft zwischen ‘Schwarz’ und ‘Weiß’
  • China – Ökonomische Schwierigkeiten beim Zugang zu Bildung: Keine Stühle in der Schule
  • Indonesien – Bildungsnachteile aufgrund von Herkunft und Tradition: Gäste des Ozeans
  • Zirkusschule in Deutschland – Erinnerungen ans geteilte Deutschland: Der Elefant kennt den Schulweg

Neuseeland: Der Lehrer kommt im Briefumschlag

Ben lebt mit seiner Familie in der Wildnis von Neuseeland. Dorthin sind zwei Familien gemeinsam gezogen, um sich als Freunde zu helfen und in der Natur zu leben – und zwar von der Viehzucht und vom Fischfang. Die Kinder werden mit der Zeit größer und kommen ins Schulalter.

Ein Hubschrauber versorgt die beiden Familien alle zwei Wochen mit den wichtigsten Dingen des täglichen Bedarfs und mit Schulaufgaben für die Kinder. Eine Mutter betreut die Kinder beim Homeschooling. Ben lernt mit ihr zunächst gut, bis ihn plötzlich ein Ereignis komplett vereinnahmt und er sich für nichts anderes mehr interessiert. Was ist passiert?

Ein verletzter Delfin strandet in der Bucht der Familien. Ben “muss” sich nun um den Delfin kümmern, meint er. Tagein, tagaus verbringt er nicht nur seine Freizeit, sondern auch einen Großteil seiner Schulzeit mit dem Delfin. Ob das noch etwas wird mit dem Lernen anhand von Lehrmaterial aus dem Briefumschlag?

Namibia: Freundschaft zwischen Schwarz und Weiß

Nahe an der Grenze zu Botswana liegt das namibische Dorf Bukalo mit 70 Einwohnern. Die Menschen leben in ärmlichen Verhältnissen hauptsächlich vom Maisanbau. Xania lebt in Bukalo. Wer lernen möchte, zieht in die 1000 Einwohner große Provinzstadt Katima Mulilo, denn dort gibt es eine Schule. Xania wird bald die Schule in Katima Mulilo besuchen und bei ihrer Tante in der Stadt wohnen.

Manche Mitschüler mit weißer Hautfarbe begegnen ihr in ihrer neuen Schule nicht gerade freundlich. Bereits am ersten Tag wird sie mit Schimpfwörtern herausgefordert, von der Schule zu gehen, nur weil sie ‘schwarze’ Haut hat. Daran ändert auch die Schuluniform nichts, die äußere Unterschiede verdecken soll.

Stattdessen existieren Vorurteile gegenüber Menschen anderer Hautfarbe und damit einhergehende ökonomische Unterschiede weiter. Das wissen auch Xanias Mitschüler. Als sich Xania auch noch mit Sally anfreundet, die ‘weiße’ Haut hat, wird es für sie nicht nur in der Schule ungemütlich. Auch in ihrem familiären Umfeld warten Konflikte auf sie…

China: Keine Stühle in der Schule

Wenhu lebt auf dem Land in China, hoch in den Bergen. Seine Eltern sind Bauern und benötigen seine tatkräftige Hilfe von früh morgens bis spät abends. Das tägliche Brot wird hart verdient. Da bleibt kein Geld für die Schule übrig, obwohl Wenhu bereits im Schulalter ist. Aber wie kann das sein, wo China doch seit 2007 die Schulbildung kostenlos anbietet?

Eigentlich sollen so gerade Familien mit niedrigem Einkommen animiert werden, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Jedoch im Bezirk, in dem Wenhus Familie lebt, erhebt der zuständige Gouverneur umgerechnet 10 Euro pro Schuljahr, ohne dass ihn dafür jemand zur Rechenschaft zöge. Für Wenhus Familie eine unbezahlbare Summe!

Wenhu ist verzweifelt und überlegt fieberhaft, wie er nach den Ferien die Schule besuchen könnte. Plötzlich kommt ihm eine Idee! Das Gift von Skorpionen wird in China als Heilmittel benutzt. Wenhu entscheidet sich, Skorpione zu sammeln, wann immer er etwas freie Zeit hat. Sobald er genug Tiere zusammen hat, wird er sie einem Händler im Tal verkaufen. Wird der Erlös ausreichen, um den Gouverneur zu bezahlen und zur Schule gehen zu können?

Indonesien: Gäste des Ozeans

Rajin lebt auf einem Boot, das Sope genannt wird. Er verbringt die Tage mit Fischfang, während die Sope von Fangplatz zu Fangplatz treibt. So verdienen seine Eltern ihren Lebensunterhalt. Die Orang Lauts, zu denen Rajins Familie gehört, leben schon seit vielen Generationen „im“ und vom Wasser. Eigentlich sind alle damit zufrieden – oder doch nicht ganz?

Rajins Vater hat als Kind für zwei Jahre eine Schule besucht und meint, dass es besser sei, für die Zukunft durch Bildung vorzusorgen, als nur von der Hand in den Mund zu leben. Und diese Bildung möchte er seinem Sohn ermöglichen. Aber Rajin sieht es anders, Rajins Mutter ebenso und das Leben läuft weiter im gewohnten Trott.

Doch eines Tages wird die Freude der Familie getrübt. Ein Staatsdiener verlangt Schmiergeld, damit Rajins Familie für veraltete Papiere keine Strafe zahlen muss. Das Schmiergeld ist jedoch so hoch, dass sie in diesem kurzen Moment die Hälfte ihres geringen Besitzes verlieren. Rajin fragt sich nun, ob er nicht doch eine andere Zukunft haben möchte. So gewinnt die Vision einer Schulbildung Raum in Rajins Herzen, und er will helfen, das Schulgeld mitzuverdienen. Ob ihm das gelingt?

Tipp. Mehr zum Thema Zugang zu Bildung weltweit im ähnlichen Absatz eines Beitrags.

Zirkusschule in Deutschland: Der Elefant kennt den Schulweg

Tina wächst als Halbwaise im Zirkus auf. Ihre Mutter ist bei einer Trapezübung ums Leben gekommen, und nun zieht Tinas Vater seine Tochter allein auf. Als sich eine neue Lehrerin für die Zirkusschule bewirbt, merkt Tina, wie sehr sie ihre Mutter vermisst. Frau Zahn heißt die Neue! Tina freut sich, dass die freundliche Frau Zahn ihr nicht nur beibringt zu lesen und Geschichten zu schreiben, sondern ihr sehr gut zuhört.

Es tut ihr gut, einfach in Ruhe zu erzählen, was ihr auf dem Herzen liegt. Und Tina ist nicht die Einzige, die viel auf dem Herzen hat. Da ist auch noch der alte Kenschke. Ein merkwürdiger Kauz. Keiner mag ihn. Auch Tina nicht. Deshalb ist sie von der neuen Deutschhausaufgabe ganz und gar nicht begeistert: ausgerechnet über Kenschke soll sie einen Aufsatz schreiben!

Tina kommt mit ihrer Hausaufgabe nicht voran. Es fällt ihr schwer, den ablehnenden Kenschke nach seinem Leben zu fragen. Als Tina ihm schließlich beim Tierefüttern hilft, packt Kenschke aus und erzählt von seiner Vergangenheit in der DDR…

Tipp. Hier geht’s zu einem ähnlichen Beitrag: Kinderbücher fürs Vor- und Grundschulalter. Zur Institutionalisierung von Bildung in beiden Teilen Deutschlands finden Sie im verlinkten Absatz einen Hinweis.

Bunte Geschichten für Grundschüler in Deutschland, die ihnen helfen werden, in andere Lern- und Lebenswelten einzutauchen.

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