Kinderbetreuer finden Fachperson Betreuung

Kinderbetreuer finden – 5 Tipps eine gute Fachperson Betreuung zu finden

  1. Was versteht man unter einer Fachperson für Betreuung in DACH
  2. Kinderbetreuer finden – Bestandsaufnahme
  3. Persönliche Checkliste aufstellen
  4. Organisatorisches – Praktische Fragen, um einen Kinderbetreuer zu finden
  5. Kinder von einer Fachperson betreuen lassen – Kriterien bei der Suche und Mindestanforderungen

1. Was versteht man unter einer Fachperson für Betreuung in DACH

Deutschland (D). In Deutschland versteht man unter einer Fachkraft für die Betreuung von Kindern den staatlich anerkannten Berufs des Erziehers* oder eines studierten Sozialpädagogen. Die Bundesagentur für Arbeit informiert über beide Berufsbilder über deren Suchfunktion. So dürfen in Kindertageseinrichtungen nur diese Berufsgruppen arbeiten, siehe Gesetz für Tageseinrichtungen in Niedersachsen. Es gibt die Möglichkeit einer Ausbildung zur Tagesmutter. Die Arbeiterwohlfahrt in Essen listet auf , wie man Tagesmutter werden kann.

Österreich (A). In Österreich gilt der Begriff ‘Erzieher’ eher als veraltet. Daher spricht man dort von ‘Kindergartenpädagogen‘ oder diplomierten ‘Sozialpädagogen‘ (DSP). Ein interessanter Erfahrungsbericht einer österreicher Kindergärtnerin in Deutschland ist hier zu finden. Typische Aufgaben sind pädagogischer Art. Auch in Österreich gibt es fürs private Umfeld die Ausbildung zum Kinderbetreuer oder zur Tagesmutter / Tagesvater.

Schweiz (CH). Eine Fachperson Betreuung bezeichnet einen Ausbildungsberuf. Wer diesen Beruf ergreifen möchte, wird später entweder mit Kindern, Menschen mit Beeinträchtigungen oder Menschen im Alter arbeiten. Berufe von A-Z schließen auch das Berufsbild des Fachmanns/ der Fachfrau Betreuung (FaBe) ein. In der Schweiz muss eine Tagesmutter keine Ausbildung vorweisen. Es gibt jedoch organisierte Tagesmutter-Anbieter, deren Mitgliederanbieter eine Tagesmutter nur nach bestimmten Kriterien vermitteln (PDF von ‘Rundum‘), was die Qualität des Services sichern soll.

Fazit ist, dass Sie einen geeigneten Kinderbetreuer finden können, der sich dadurch auszeichnet, dass er ‘vom Fach’ ist. Also gelernt. Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille.

2. Kinderbetreuer finden – Bestandsaufnahme

Zuallererst lautet die Frage: Warum möchten Sie eigentlich einen Kinderbetreuer finden? Soll er / sie zusätzlich helfen oder statt eines Elternteils als Fachmann / Fachfrau für Betreuung auf Ihr Kind aufpassen? Das Kind soll gut betreut werden. Ideal sind da natürlich die primären Bezugspersonen, also die Eltern. Bei manchen zählen auch Oma und Opa dazu.

Denn Sie zahlen einen Preis – und zwar (nicht nur) monetär. Wenn Ihr Kind im Krippenalter ist und Sie einen Kinderbetreuer finden wollen, empfehle ich Ihnen eine kleine Lesepause einzulegen und sich zunächst über die NICHD-Studie zu informieren. Ist Ihr Kind bereits im Kindergartenalter, stellt sich immer noch die Frage, warum Sie es durch Dritte betreuen lassen möchten.

Manche nennen als Grund, dass das Einzelkind auch Freunde finden können soll. Andere meinen, es sei nötig, damit es durch Gleichgesinnte lernt. Wieder andere finden es wichtig, dass das Kind endlich selbständiger wird und nicht so viel an Mamas Rockzipfel ‘hängt’. Vielleicht gibt es noch weitere Gründe. Diese sind immer auch sehr persönlich.

Und so können die Antworten auf schwierige Fragen letztlich nur persönlich gefunden und gelebt werden. Uns betrafen manche dieser Fragen, als wir als Familie Homeschooling im Ausland gemacht und keine Betreuung in einer Gruppe gewählt haben. Im Rückblick nach mehreren Jahren lässt sich sagen, dass es keine sozialen Probleme gab, die manch einer (von außen) befürchtet und uns gegenüber geäußert hatte. Die Kinder waren später in der allgemeinbildenden Schule wunderbar integriert, hatten Freunde von Anfang an usw.

Ein ungeschöntes Brainstorming der offensichtlichen und manchmal weniger offensichtlichen Gründe hilft dabei, der eigenen Motivation auf die Schliche zu kommen, warum man Kinderbetreuer finden und das eigene Kind fremdbetreuen lassen möchte. Nach dem Brainstorming bietet es sich an, die Punkte nach Priorität zu sortieren. Im Anschluss daran gilt es einige praktische Fragen zu klären. Dabei kann eine Checkliste hilfreich sein.

3. Persönliche Checkliste aufstellen

  • Wo können Sie gute Kinderbetreuer finden und möglichst vor einer Anstellung bei der Arbeit beobachten? Eine Möglichkeit wären betreute Spielplätze, die immer eine Eingewöhnungszeit anbieten, wo man die Kinderbetreuer bei der Arbeit am Kind selber beobachten kann.
  • Ist die Fachperson Betreuung ‘sicher’ – habe ich ein gutes Bauchgefühl mit ihr? Die Website Sichere Orte sensibilisiert für Fragen der Sicherheit im Zusammenhang mit Fremdbetreuung.
  • Möchten Sie eine gute Kinderbetreuung finden, den Sie per Mini-Job anstellen? Dann wäre die Frage, ob Sie ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis beantragen möchten. Auf S.3 der hier verlinkten PDF des Kinderschutzbundes NRW wird davon ausgegangen, dass dies bei geringfügig Beschäftigten verlangt werden darf.
  • Dokumente… Über die Website der Minijob-Zentrale können Sie ein Formular zur Anmeldung eines Kinderbetreuers in Deutschland finden – nach unten scrollen. Für die Schweiz gibt Ihnen Swiss Mom Auskunft zur steuerpflichtigen Beschäftigung. Und Österreichs Digitales Amt beantwortet solche Fragen.
  • Suchen Sie nur punktuell eine Betreuung, anlassbezogen?
  • Wenn Sie einen Kinderbetreuer finden, hat dieser sicher Referenzen. Was steht drin? Nicht nur die Ausbildung spielt eine Rolle, auch pädagogisches Geschick und Empathie im Alltag sind wichtig. Nehmen Sie sich die vorletzte (und nicht die letzte) Referenz vor. Diese ist oft aussagekräftiger.
  • Soll es ein Mann oder eine Frau sein, alt oder jung, erfahren oder lernwillig, obwohl unerfahren? Soll die Betreuungsperson “nebenbei” den Haushalt mit übernehmen? Wären ältere Schüler ok?
  • Wo soll Ihr Kind betreut werden – in seinem Zuhause, im Zuhause der Fachperson Betreuung oder durchgängig draußen?
  • Was muss unbedingt gewährleistet sein? Welche Punkte sind Ihnen andererseits weniger wichtig?
  • Sollen andere Kinder mit dabei sein (Tagesmutter-Modell) oder bevorzugen Sie eine 1:1-Betreuung? Werden Sie als Elternteil in der Nähe sein oder findet die Betreuung während Ihrer Abwesenheit statt?
  • Wollen Sie eine Agentur einschalten oder selber per Inserat suchen bzw. auf ein Inserat antworten? Haben Sie die Agentur nach Ratings und ggf. die Fachperson Betreuung nach Erfahrungsberichten recherchiert oder unter Bekannten herumgefragt?
  • Wie viel ist Ihnen die Betreuung wert – Geld, Aufwand, Prüfung?
  • Und zuletzt: Ist es Ihnen wichtig, dass Sie ein Kinderbetreuer über kleine Erfolge, Fortschritte und tolle Erlebnisse mit Ihrem Kind unaufgefordert informiert? Die Person also mit Herzblut dabei ist?

4. Organisatorisches – Praktische Fragen, um einen Kinderbetreuer zu finden

Zu den praktischen Fragen gehört zum Beispiel, ob die Fachperson Betreuung auch ein Auto hat und ob sie bereit ist, das Kind per Fahrdienst zu befördern, z.B. zur Freizeitaktivität am Nachmittag. Je nach Lebenssituation der Familie wäre eine weitere praktische Frage, wie hoch die eigenen Erwartungen an Kinderbetreuer sind, wenn es um Fragen der Kleidung, Hygiene und des Einmischungsverhaltens bei Kinderstreits geht. Hierbei mag übrigens die Meinung auseinander gehen, ob sich ein Fachmann / eine Fachfrau für Betreuung in einen Streit einmischen sollte oder nicht. Als Eltern sollte man jedoch einig sein, welche Lösung man fürs eigene Kind bevorzugt.

Konkret meine ich damit, dass nicht alle Kinderbetreuer darauf Wert legen, dass draußen im Winter das Kind nicht mit offener Jacke herumläuft. Andere wiederum achten eher genau auf Routinen, dass die Kinder zu bestimmten Zeiten auf Toilette gehen oder Zähne putzen nach dem Essen. Andere wiederum mögen ihren Betreuungsauftrag rein in der pädagogischen Beschäftigung sehen, immer neue Bastelprojekte überlegen oder Bewegungsspiele planen.

Wenn Sie diese Situationen in Ruhe durchdenken, können Sie leichter den richtigen Kinderbetreuer finden, weil Sie Ihre eigenen Prioritäten vorher durchdacht und gesetzt haben.

5. Kinder von einer Fachperson betreuen lassen – Kriterien bei der Suche und Mindestanforderungen

Nun fragt sich vielleicht mancher, ob es bei den Dingen, die es im Vorwege zu bedenken gibt, Mindestanforderungen an Kinderbetreuer gibt. Die Landesjugendämter haben 2014 ein Arbeitspapier in der Zeitschrift Kindergartenpädagogik veröffentlicht. Die Zielgruppe sind zwar eher Kita-Leitungen, und das Ziel ist es, den Familien zu helfen, Familie und Beruf “zu vereinbaren”. Das ist ein weites Feld und großes Schlagwort, auf das an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden kann. Es würde zu weit führen. Dennoch veranschaulicht das Papier durchaus den Wunsch, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der eine gute Betreuungsqualität sicher stellen und gleichzeitig die Betreuungsquantität erhöhen und Kita-Plätze schaffen soll. Und es gibt durchaus Anhaltpunke für Anforderungen im Privathaushalt.

Wenn Sie einen Kinderbetreuer finden wollen, denken Sie womöglich primär an eine individuelle Lösung. Hierbei ist die Wahrscheinlichkeit nämlich höher, dass Bezugspersonen relativ stabil mit dem Kind arbeiten. So ist es zwar auch in Kinderkrippen, Kitas und Kindergärten angedacht. Die Realität ist aber oft eine andere, wenn Erzieherinnen oder Erzieher durch Krankheit oder andere unverhergesehene Umstände ausfallen. So unterscheidet die Bundesagentur für Arbeit ‘Kinderbetreuer’ von Erziehern. ‘Einen Kinderbetreuer finden’ meint ausschließlich, eine Fachperson Betreuung für einen Privathaushalt.

Eine Hamburger Adresse für Kinderbetreuung stellt zwei Kriterien als Mindestanforderung auf, die sie sich auf die Fahnen schreibt: ‘professionell’ und ‘liebevoll’. Neben diesem regionalen Anbieter für Kinderbetreuung gibt es natürlich viele bundesweite Adressen, wo Sie Kinderbetreuer oder eine Tagesmutter suchen können. Zusätzlich kann man sich im persönlichen Umfeld bei anderen Müttern umhören, wen sie empfehlen können.

*Zur sprachlichen Vereinfachung des Artikels wird auf die klassische grammatische Form der deutschen Sprache bei Personenbezeichnungen zurückgegriffen. Diese beinhaltet, dass beide Geschlechter gemeint sind.

Kinderbetreuer finden – eine schwere Aufgabe.

Selber die eigenen Kinder betreuen – eine zeitlich begrenzte Aufgabe.

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