Distanzunterricht Deutschlands digitales Lernen

Distanzunterricht in Deutschland 2021

Dieser Beitrag widmet sich praktischen Fragen von Eltern, aber auch Lehrern in Deutschland. Er grenzt Distanzunterricht vom ‘Homeschooling’ ab, versucht zu definieren, stellt erfahrene Anbieter von Konzepten in der deutschen Fernlernbranche vor und greift aktuelle Medienbeiträge zum Jahresanfang 2021 auf. Viel Spaß beim Lesen!

Distanzunterricht vs. Homeschooling – eine Begriffsklärung

Im ersten Schul-Lockdown Deutschlands im Frühjahr 2020 erlebten Homeschooler ein Phänomen: Der Begriff ‘Homeschooling’ wurde auf einmal in Deutschland gesellschaftsfähig.

Waren die Freilerner gesellschaftlich in Deutschland stets am Rande, so zählten sie sogar offiziell zu politisch Verfolgten in den USA (Stichwort: Familie Romeike, die dort Asyl bekam). Denn in Deutschland war und ist das Homeschooling strikt verboten. Schlagartig war es im Frühjahr 2020 nicht nur erlaubt, sondern wurde auch von allen Eltern angesichts von Schulschließungen eingefordert. Warum sollte der Fokus der aktuellen Wirklichkeit in Deutschlands Schullandschaft aber bei ‘Distanzunterricht’ und nicht ‘Homeschooling’ liegen? Distanzunterricht hat eben nichts mit Homeschooling zu tun.

Es wurde in der ersten Phase der Schulschließungen unter ‘Homeschooling’ gemeinhin verstanden, dass Eltern von nun an ihr Kind zuhause beschulen – natürlich mit dem Material der Schule. Das allerdings ist kein Homeschooling, sondern eine Art stellvertretende Beschulung durch die Eltern im Auftrag der Schule. Dennoch gab es viele Ähnlichkeiten zum Homeschooling. Diese addressierte ich im Beitrag zu praktischen Ideen im Homeschooling. Einiges ist davon weiterhin aktuell, anderes hat sich gewandelt.

Neuerdings ist eine Tendenz in den Medien zu beobachten, die zwar umschreibt, was jeder sofort versteht, aber der eigentlichen Bedeutung des Begriffs ‘Homeschooling’ nicht gerecht wird. Mangels nationaler Erfahrung mit Homeschooling wird der Begriff im zweiten Turnus der Schulschließungen zum Jahreswechsel 2020/21 zunehmend inflationär gebraucht. Es ist eine Vereinnahmung des ‘Homeschoolings’ zu beobachten, wo stattdessen von ‘Distanzlernen’ oder ‘Distanzunterricht’ die Rede sein sollte.

Im Frühjahr 2020 waren Deutschlands Schulen noch nicht auf Distanzunterricht eingestellt. Nun, einige Monate später, sieht die Lage – vor allem bei Privatschulen – ganz anders aus. Entsprechend basierte damals das Material für die Beschulung zuhause vor allem auf Wochenplänen. Diese verwiesen auf die Arbeit mit Schulbüchern, Workbooks oder Arbeitsblättern. Eltern waren auf sich geworfen, die Print-Flut zu organisieren und mit den Kindern abzuarbeiten.

Dagegen wird nunmehr durch die Schulen auf Learning-Management-Systeme (LMS) gesetzt. Siehe auch ähnlicher Beitrag zum Online-Unterrichten. Eltern werden jedoch nicht immer mit einbezogen, ob sie dies überhaupt wünschen, befürworten und sich zeitlich leisten können. Denn im Unterschied zu Homeschooling werden Eltern im Distanzunterricht ‘ferngesteuert’ von den Schulen eingespannt, um als Art ‘Hilfslehrer’ oder ‘Sekretäre’ ihren Kindern zur Hand zu gehen und haben ansonsten kaum oder wenig Einfluss auf den Verlauf und Inhalt des Schulvormittags. Stattdessen müssen sie manchmal sogar kurzfristig Material downloaden, eine Videokonferenz ermöglichen und auf den eigenen Laptop verzichten.

Im Gegensatz dazu ermöglicht das Homeschooling eine individuelle Gestaltung des Schultags – sei es am Vormittag oder auch zu anderen Zeiten. Es ermöglicht, sich das Material, den Lehrplan, den pädagogischen Ansatz selbst zu wählen sowie die Menge des Lernstoffs selbst zu steuern. Eltern können sich einen Anbieter aussuchen, z.B. eine virtuelle Schule, oder eben unabhängig von Schulen lehren.

Distanzunterricht – Definitionsversuche

Was genau ist dann unter ‘Distanzunterricht’ zu verstehen?

Das Land Niedersachsen hat für seinen berufsbildenden Unterricht nicht nur einen Erklärungsversuch gestartet, sondern sogar eine Abkürzung kreiert: “Distanzunterricht ist Präsenunterricht auf Distanz ” – zu lesen auf dem niedersächsischen Bildungsserver. Dieser präsentiert eine übersichtliche Seite mit Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte zum Distanzunterricht, ‘DU’ – wie er dort bezeichnet wird. Fakt ist, dass diese Definition der Wirklichkeit und Begrifflichkeit eher gerecht wird als ‘Homeschooling’.

Antenne.de berichtet über eine Verwirrung im Freistaat Bayern, die im Dezember 2020 durch zwei unterschiedliche Begrifflichkeiten ausgelöst wurde: Distanzunterricht oder Distanzlernen? Dabei wird bei ‘Distanzunterricht’ an Live-Unterricht gedacht, während bei ‘Distanzlernen’ selbständiges Arbeiten der Schüler zuhause gemeint ist ohne Lehrer. Auch bei dieser Unterscheidung wird aber deutlich, dass es die Schule ist, die zuständig bleibt. ‘Sie’ ist es, die die Materialien an die Schüler zum Wiederholen und Vertiefen weitergibt. Und genau diese Zuständigkeit entspricht ausschließlich einem ‘Distanzlernen’ – im Gegensatz zum ‘Homeschooling’.

Drei erfahrene Anbieter in Deutschland mit Konzepten zum Fernlernen

An all diesen Schwierigkeiten, sich der aktuellen Lernsituation in Deutschland begrifflich anzunähern, wird deutlich: Langfristig tragfähige Konzepte zu entwickeln dürfte ein langwieriges Unterfangen sein und werden, wenn das Lernen zuhause nicht klar definiert werden kann. Zwar haben Schulen ihre Konzepte zum Fernlernen während des Ausfalls des Präsenzunterricht ganz oft auf ihren Homepages zum Abrufen bereitgestellt. Andererseits basieren sie wohl eher auf einem Notfallplan für den Fall von Schulschließungen, der jetzt eingetreten ist. Wer ein gutes Lernkonzept für Fernunterricht sucht – ein anderes Wort für Distanzlernen – der ist mit erfahrenen Anbietern gut beraten. In Deutschland wären dies:

  • die Deutsche Fernschule, staatlich genehmigt, weltweites Fernlernen mit oder ohne Zeugnis seit über 50 Jahren, Vorschule bis 4.Klasse;
  • ils – diverse Schulabschlüsse im Fernlernen, bekannteste Fernschule Deutschlands bis hin zu Studienabschlüssen; Kurse ab 5.Klasse, weltweiter Versand, staatlich geprüfte und zugelassene Fernlernkurse;
  • die Webindividualschule, die seit 2002 individuellen Online-Unterricht anbietet, z.B. für Spitzensportler, Kinder mit Autismus-Spektrum-Diagnose und überhaupt Kindern, die eine individuelle Beschulung benötigen, um einen Schulabschluss zu erlangen – derzeit ESA und MSA.

Distanzunterricht – Aufgaben und Materialien

Da Distanzunterricht also von der Schule gesteuerter und zu steuernder Unterricht ist, ist ‘die Schule’ auch verantwortlich dafür, Materialien bereitzustellen. Aber auch außerschulische Ressourcen finden Sie hier, z.B.

Fazit: Digitales oder analoges Lernen zuhause unter Verantwortung der Schule – das ist Distanzlernen bzw. Distanzunterricht.

Und wieder ein Schultag im Distanzunterricht – Lektüretipps für Eltern

Derzeit sind die Nebeneffekte der Aufhebung der Präsenzpflicht in Schulen in aller Munde. Und in ‘allen’ Zeitungen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) greift die Stimmung ‘Deutschlands’ während der Aussetzung des Präsenzunterrichts auf, z.B. hier

Stimmen von Vertretern staatlicher Schulen zum Distanzunterricht

Ein Blick in alle genannten und vermutlich viele weitere Zeitungsberichte lohnt sich, denn in ihrer Summe spiegeln sie die aktuelle Stimmung in Deutschlands Schullandschaft und Elternhäusern durchaus wieder.

Distanzunterricht im Lockdown … don’t be knocked down!

Ad Blocker Detected

We display online advertisements to our visitors. Please consider disabling your ad blocker to stay updated with educational promotions. They're not based on your online experience but presented by Flexonedu. * Sie haben einen Werbeblocker installiert. Wenn Sie ihn ausschalten, sehen Sie wenige Werbefenster aus dem Bildungsbereich. Werbung ist grundsätzlich nicht auf Sie zugeschnitten.

Refresh
error: Content is protected !